Chron. Rückenschmerzen in Mannheim

Therapie chronischer myofascialer Schmerzen der Rückenmuskulatur mit Botulinumtoxin A

Sie haben sich wegen besonders schwierig behandelbarer Rückenschmerzen vorgestellt. Zunächst muss genau festgestellt werden, um welche Art von Rückenschmerzen es sich handelt. Bei den sogenannten spezifischen Rückenschmerzen findet sich eine organische Ursache, z.B. entzündliche oder degenerative Prozesse des Bewegungsapparates, Bandscheibenvorfall usw. Davon unterschieden werden die unspezifischen myofaszialen Schmerzen, die durch Verhärtungen, Verspannungen, Druckempfindlichkeit und Verkürzungen der betroffenen Muskeln gekennzeichnet sind. Ein wichtiges Ziel in der Behandlung dieser myofaszialen Schmerzen ist die Lockerung der überaktiven Muskulatur. Zur Verfügung stehen dafür z.B. Wärmebehandlungen und Massagen. Mit Botulinumtoxin A steht ein neues Verfahren zur Verfügung, diese Muskeln gezielt und effektiv durch eine einzelne Anwendung für die Dauer von mindestens drei bis vier Monaten, vielfach auch für die Dauer von mehreren Jahren zu entspannen und die Schmerzen deutlich zu mindern.

Wird Botulinumtoxin A in den Muskel gespritzt, blockiert es dort gezielt die Nervenimpulse für die Muskelfasern. Dies führt dazu, dass der Tonus (Muskelspannung) der injizierten Muskeln für ungefähr drei bis vier Monate gesenkt wird. Botulinumtoxin A wirkt zudem schmerzblockierend auf die umliegenden Schmerzrezeptoren. Hierdurch kann ein Teufelskreis zwischen chronischem Schmerz und chronischer Verspannung aufgelöst werden. Andere Nervenfunktionen, wie das Fühlen oder Tasten durch die Haut, werden nicht beeinflusst.

Botulinumtoxin A wurde Anfang der 80-er Jahre erstmals zur Behandlung der Schielstellung der Augen eingesetzt. Das Therapieverfahren hat sich inzwischen als Therapie der ersten Wahl für bestimmte Bewegungsstörungen in der Neurologie etabliert. Auch für die Behandlung der Spastik nach Schlaganfall und der Behandlung der schweren, chronischen Migräne gibt es heute Kassenzulassungen. Das Therapieprinzip besteht in der Reduzierung erhöhter muskulärer Aktivität. Die bisherigen Erfahrungen aus Neurologie und Kinderheilkunde bestätigen die Therapie als effektiv, nebenwirkungsarm und sicher.

Botulinumtoxin A ist zur Behandlung  zur Zeit in Deutschland nicht zugelassen. In der wissenschaftlichen Literatur gibt es bereits einige Arbeiten zu diesem möglichen Einsatzgebiet. Die Behandlung erfolgt daher im Rahmen eines Therapieversuches.

Botulinumtoxin A hat zur Behandlung von myofaszialen Schmerzen der Rückenmuskulatur derzeit in Deutschland keine Kassenzulassung. In der wissenschaftlichen Literatur gibt es etliche Arbeiten zu diesem möglichen Einsatzgebiet. Die Behandlung erfolg daher im Rahmen eines Therapieversuches. Der Referent selbst hat bislang nur gute Therapieerfahrungen gemacht.

Als vorübergehende Nebenwirkungen sind bei mehreren zehntausend behandelten Patienten lediglich kleine Blutergüsse sowie eine zeitweilige übermäßige Schwächung von Muskeln an der Injektionsstelle bekannt. In sehr seltenen Fällen kann es auch zu einer Wirkung auf entfernt liegende Muskeln kommen.

Alle Nebenwirkungen bilden sich nach bisherigen Erfahrungen spätestens nach drei Monaten wieder vollständig zurück und können für die Zeit des Auftretens behandelt werden. Im Laufe der Therapie kann es zur Bildung von Antikörpern kommen (in ca. 2% der Fälle). Dies kann dazu führen, dass Botulinumtoxin A in Zukunft nicht mehr wirksam ist, hat aber keine weiteren Konsequenzen.

 
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