Kiefer- Gesichtsschmerz in Mannheim

Therapie des Kiefer- Gesichtsschmerzes ( Zähneknirschen oder Bruxismus ) mit Botulinumtoxin A

Der Kiefer-Gesichtsschmerz entsteht durch unwillkürliches und ständig oder immer wieder phasenweise auftretendes festes Zusammenbeißen oder auch Mahlen der Kiefer, welches schließlich zu Schmerzen in den Kiefern, in den Zähnen, im Zahnfleisch und in den Kiefergelenken führt.

Wird diese Krankheit nicht rechtzeitig und gut behandelt, kommt es zur dauerhaften Schädigung des Halteapparates der Zähne und zur Schädigung der Kiefergelenke im Sinne einer Arthrose.

Herkömmliche Behandlungsmethoden sind das nächtliche Anlegen einer Knirschschiene – sie bietet freilich tagsüber keinen Schutz - , sowie der Einsatz von Psychopharmaka oder auch Entspannungstechniken mit dem Ziel, die Muskelspannung herabzusetzen. Beide Methoden haben jedoch nur recht begrenzte Wirksamkeit: Die Knirschschiene verhindert nur das Mahlen der Kiefer, nicht jedoch den ständig erhöhten Druck auf die Zähne und die Kiefergelenke – und dies auch nur, solange sie getragen wird. Psychopharmaka und Entspannungstechniken wollen den Kaudruck und das Mahlen vermindern, haben erfahrungsgemäß jedoch nur bescheidene Wirkung.

Wird Botulinumtoxin A in den Muskel gespritzt, blockiert es dort gezielt die Nervenimpulse für die Muskelfasern. Dies führt dazu, dass der Tonus (Muskelspannung) der injizierten Muskeln für ungefähr drei bis vier Monate gesenkt wird. Botulinumtoxin A wirkt zudem schmerzblockierend auf die umliegenden Schmerzrezeptoren. Hierdurch kann ein Teufelskreis zwischen chronischem Schmerz und chronischer Verspannung aufgelöst werden. Andere Nervenfunktionen, wie das Fühlen oder Tasten durch die Haut, werden nicht beeinflusst.

Botulinumtoxin A wurde Anfang der 80-er Jahre erstmals zur Behandlung der Schielstellung der Augen eingesetzt. Das Therapieverfahren hat sich inzwischen als Therapie der ersten Wahl für bestimmte Bewegungsstörungen in der Neurologie etabliert. Auch für die Behandlung der Spastik nach Schlaganfall und der Behandlung der schweren, chronischen Migräne gibt es heute Kassenzulassungen. Die bisherigen Erfahrungen aus Neurologie und Kinderheilkunde bestätigen die Therapie als effektiv, nebenwirkungsarm und sicher.

Botulinumtoxin A hat zur Behandlung der Kiefer-Gesichts-Neuralgie (des Bruxismus, des Zähneknirschens) derzeit in Deutschland keine Kassenzulassung. In der wissenschaftlichen Literatur gibt es bereits einige Arbeiten zu diesem möglichen Einsatzgebiet. Die Behandlung erfolgt daher im Rahmen eines Therapieversuches. Der Referent selbst hat bislang nur gute Therapieerfahrungen gemacht.

Als vorübergehende Nebenwirkungen sind bei mehreren zehntausend behandelten Patienten lediglich kleine Blutergüsse sowie eine zeitweilige übermäßige Schwächung von Muskeln an der Injektionsstelle bekannt. In sehr seltenen Fällen kann es auch zu einer Wirkung auf entfernt liegende Muskeln kommen.

Alle Nebenwirkungen bilden sich nach bisherigen Erfahrungen innerhalb von drei Monaten vollständig zurück und können für die Zeit des Auftretens behandelt werden. Im Laufe der Therapie kann es zur Bildung von Antikörpern kommen (in ca. 2% der Fälle). Dies kann dazu führen, dass Botulinumtoxin A in Zukunft nicht mehr wirksam ist, hat aber keine weiteren Konsequenzen.

 
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